PAKET-COPTER UND DATENBRILLEN: ZUR ZUKUNFT DER LOGISTIK

Paket-Copter und Datenbrillen: Zur Zukunft der Logistik
#Effizienz #Wirtschaft #Cloud Computing #Digitalisierung

Die Eisenbahn, das Fließband, der Barcode – schon immer haben neue Technologien für Entwicklungsschübe in der Logistik gesorgt. Nun nimmt die Digitalisierung und Automatisierung in der Branche Fahrt auf – und wird sie über Jahrzehnte prägen.

Rise of the Robots: Das ist nicht nur der Name eines Computerspiels aus den 90er Jahren, sondern beschreibt auch die heutige Realität in der Logistik. Immer mehr Roboter unterstützen Menschen bei der Arbeit auf Umschlagplätzen und in Paketzentren. Beim Branchenriesen Amazon arbeiteten 2015 beispielsweise weltweit nicht nur 230.000 Menschen, sondern auch 30.000 Roboter. Ein Jahr später waren es bereits 45.000 – eine Steigerung von 50 Prozent. Denn die Maschinen werden sowohl motorisch also auch seitens der Steuerungs-Software immer eigenständiger und damit auch attraktiver für die Wirtschaft (Stichwort Künstliche Intelligenz).

Doch schwer vorhersehbare Umweltbedingungen bleiben eine Herausforderung, wie ein Test von Hermes und Starships Logistics zeigt. Die Unternehmen haben vor kurzem in Hamburg einen kleinen, sechsrädrigen Lieferroboter auf den letzten Kilometer zum Paketempfänger geschickt. Ein menschlicher Begleiter musste stets dabei sein, um dem Roboter über Kantsteine zu helfen oder ihm Gartenpforten zu öffnen. 

Zeitlich und Geografisch: Unerreichtes erreichen

Daimler und Panasonic erforschen und entwickeln ebenfalls Dienstboten-Roboter. Und Amazon und DHL arbeiten an Projekten wie Amazon Prime Air und dem Paket-Copter, um Kunden in schwer zugänglichen Gebieten wie etwa Inseln aus der Luft beliefern zu können. Und natürlich, um Bestellungen noch schneller auszuliefern: Keine halbe Stunde nach dem Klick auf „Kaufen“ sollen Lieferungen beim Kunden sein, so das ambitionierte Ziel. Mit konventionellen Lieferwagen können Drohnen freilich noch lange nicht mithalten, weil sie bislang nur wenige Kilogramm tragen können und der Akku nach rund 20 Kilometern leer ist.

Drohnen, zu denen technisch gesehen auch selbstfahrende Lieferfahrzeuge zählen, sind eine vielversprechende Technologie – bei der allerdings gleich mehrere Behörden mitreden wollen. Den Einsatz von Flugobjekten müssen hierzulande die deutsche Flugsicherung, das Luftfahrtbundesamt und die Landesluftbehörden der Bundesländer absegnen. Ungeklärt ist auch noch die Frage, wie Drohnen versichert werden müssen. Viele Rahmenbedingungen und Strukturen müssen also erst noch geschaffen werden.

 

Mensch und Technologie rücken enger zusammen

Eine weitere Technologie, die zunehmend in der Logistik zum Einsatz kommt: Augmented Reality. Mit Datenbrillen können Menschen noch direkter digitale Informationen abrufen, etwa wenn sie damit QR-Codes auf Paketen scannen.

Ihr volles Potenzial entfalten die digitalen Technologien, wenn sie miteinander vernetzt sind. Roboter, Datenbrillen, Drucker und prinzipiell jede Maschine, die mit einer Netzwerkkarte ausgerüstet ist, kann Teil des Internets der Dinge werden. In diesem immer komplexer werdenden Netzwerk fallen immer mehr Daten an, die gespeichert und sinnvoll verarbeitet werden wollen. (TA Triumph-Adler entlastet Unternehmen in diesem Bereich übrigens mit seinem Enterprise Content Management System, das Prozesse standardisiert, strukturiert und so effizienter macht.)

„Der Mensch wird auch in Zukunft seinen Platz haben“

Prof. Dr.-Ing. Thomas Wimmer, Vorsitzender der Geschäftsführung beim BVL

Bleibt unterm Strich überhaupt noch etwas für den Menschen zu tun? Werden nicht zahlreiche Jobs wegfallen? Mit diesen Fragen beschäftigt sich die Bundesvereinigung Logistik (BVL) schon lange: „Trotz aller Automatisierung und Digitalisierung wird der Mensch auch in Zukunft seinen Platz in der Logistik haben. Was sich aber verändert, ist die Gestaltung der Arbeitsplätze. Es entstehen neue Kompetenzanforderungen, beispielsweise die intuitive Bedienung von IT, der sichere Umgang mit neuen Kommunikationsmedien oder Grundkenntnisse des Programmierens“, sagt Prof. Dr.-Ing. Thomas Wimmer, Vorsitzender der Geschäftsführung beim BVL.

Die Logistiker der Zukunft müssen also zunehmend mit digitalen und digitalisierten Werkzeugen umgehen können und entsprechendes Fachwissen in den Bereichen Robotik, Augmented Reality und Software-Anwendungen mitbringen. „Unternehmen, die auch in Zukunft erfolgreich sein wollen, sollten diese Kompetenzen schon jetzt in ihrer Belegschaft verankern“, sagt Wimmer. Und schließlich müssen sich auch die Institute der Aus- und Weiterbildung in der Logistik auf diese neuen Ansprüche vorbereiten.