WIE START-UPS DAS RECHTSWESEN REVOLUTIONIEREN

Wie Start-ups das Rechtswesen revolutionieren
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Ob Anwaltssuche oder Urteilsanalyse: Mit Software und Algorithmen wollen Legal-Tech-Start-ups Anwälten und Mandanten das Leben leichter machen. Ein Überblick über die spannendsten Ideen.

Immer mehr Start-ups entwickeln Lösungen, die mit digitaler Technologie die Prozesse im Rechtswesen vereinfachen können. Sie werden unter dem Stichwort „Legal Tech“ zusammengefasst; der Begriff beschreibt die Verschmelzung von Recht und Technologie. Einer Studie der Bucerius Law School und der Boston Consulting Group zufolge könnten Algorithmen künftig ein Drittel bis die Hälfte der juristischen Routinearbeit übernehmen. Das heißt: Auch Kanzleien müssen über neue Geschäftsmodelle nachdenken und ihre IT-Kompetenzen ausbauen.

In den Ideen der deutschen Legal-Tech-Szene geht es grob um drei Bereiche. Erstens: Schneller den richtigen Anwalt finden. Zweitens: Leichter Verbraucherrechte durchsetzen. Drittens: Die eigentliche juristische Arbeit vereinfachen.

Plattformen wie Jurato, Legalbase oder Advocado vermitteln verschiedene Anwaltsdienstleistungen zum Festpreis. So sollen die Nutzer leichter einen geeigneten Anwalt finden können und gleichzeitig mehr Transparenz bekommen.

Andere Legal-Tech-Start-ups haben sich darauf spezialisiert, Verbrauchern dabei zu helfen, ihre Rechte durchzusetzen. Kaum jemand würde einen teuren Anwalt beauftragen, um 50 Euro Entschädigung für einen verspäteten Flug zu erstreiten. Diese Lücke füllen Start-ups wie Flightright, Wirkaufendeinenflug.de oder Refund.me. Algorithmen schätzen die Erfolgsaussicht einer Beschwerde; stehen sie gut, werden die Start-ups aktiv. Marktführer Flightright gibt an, bereits Entschädigungen im Wert von 90 Millionen Euro erstritten zu haben. Das Start-up Bahn-Buddy bietet einen ähnlichen Service für Zugfahrer, Geblitzt.de geht gegen Bußgeldbescheide vor, Rightmart gegen Hartz-IV-Bescheide.

Einige Start-ups versprechen zudem, die Arbeit von Anwälten zu beschleunigen und einfacher zu machen: Das Berliner Start-up Leverton etwa hat einen selbstlernenden Algorithmus entwickelt, der innerhalb weniger Minuten aus seitenlangen Immobilienverträgen die wichtigsten Daten heraussuchen und systematisieren kann. Künftig sollen auch andere Bereiche hinzukommen. Die Software von Lexalgo kann juristische Prüfungen teil-automatisieren, und Smartlaw ermöglicht es Laien, für bestimmte Rechtsgebiete individualisierte Verträge zu erstellen.